Am AfD-Stand im Berliner Wahlkampf

Die Wahl in Berlin ist ja nun ein paar Tage her und recht erfreulich ausgegangen. 14,2 Prozent für die AfD sind im roten Berlin ein beachtliches Ergebnis. Ich habe die AfD zwar eher aus Notwehr gewählt, aber ich freue mich, daß sich unsere Demokratie nun von rechts her erneuert, ähnlich wie sich unsere Demokratie mit dem Aufstieg der Grünen in den 80ern von links her erneuert hat.

Als nüchterner Zeitgenosse, der nicht an Nazi-Paranoia leidet, kann man dies ja durchaus mal feststellen. Umweltbewußtsein zu lernen war eine gute Sache. Nun geht es daran, wieder Nationalbewußtsein zu lernen. Daß Heimatverbundenheit und deutsche Kultur nichts Schlechtes sind – und daß „kulturelle Vielfalt und Bereicherung“ keinen Selbstzweck darstellen. Daß man nicht jeden Firlefanz mitmachen muß, der mit den Prädikaten „weltoffen“, „bunt“, „tolerant“, „gendergerecht“ etc. beworben wird.

Vor genau zwei Wochen weilte ich am Wittenbergplatz nahe dem KaDeWe und ging frontal auf einen AfD-Stand zu, den ich erspähte. Dort standen zwei mittelalte Herren, deren einen ich humorvoll und verschmitzt fragte:

Und. Wie oft wurden Sie heute schon als Nazi beschimpft?

Eine dabeistehende Frau animierte dies zu einem spontanen Lacher, und der AfD-Wahlkämpfer antwortete:

Ach. Ein paar Mal. Das merke ich schon gar nicht mehr.

Dabei drückte er mir einen Flyer Wahlkampfzettel in die Hand, den ich später interessiert durchlas. Zunächst einmal hat man bei der Lektüre nicht im geringsten den Eindruck, daß es sich bei der AfD um eine Partei handele, die auch nur annähernd „rechtsextrem“ wäre. Da stehen keine tumben Phrasen von „Deutschland den Deutschen“, sondern differenzierte Texte über die politischen Themen der Hauptstadt.

Ich möchte vor allen Dingen den Abschnitt zum Thema Migration zitieren, da linke Gutmenschen und die Vertreter der etablierten Parteien, ja nicht müde werden, ihre „demokratische“ Hate Speech aufs Volk loszulassen und z.B. zu bahaupten, AfD-Wähler und -Mitglieder seien „Nazis“, homophob und pinkelten im Stehen. Diese Attacken zeigen nicht nur eine erschreckende Unbildung, sondern sind auch ein kaum zu überbietendes Armutszeugnis und ein Ausweis einer demagogischen und totalitären Gesinnung. Hier nun das Kapitel aus der AfD-Broschüre:

Berlin braucht geregelte Zuwanderung statt Asylchaos

Ungeregelte Zuwanderung und rechtswidrig offene Grenzen sichern weder Wohlstand noch Sicherheit, sondern führen zu Überforderung und Angst. Das Asylrecht für wirklich politisch Verfolgte wollen wir erhalten, aber wer nicht politisch verfolgt wird, muss wieder gehen. Bürgerkriegsflüchtlinge brauchen grenznahe Unterstützung in ihrer Heimatregion, keine verantwortungslose Ermutigung zur gefährlichen Reise nach Deutschland. Für alle anderen Fälle braucht Deutschland ein modernes Einwanderungsrecht.
Wir wollen als Deutsche selbst entscheiden, wie viele Menschen und wer in unser Land kommen darf und welche Bedingungen ein Einwanderer erfüllen muss. Wer zu uns kommt, muss das Grundgesetz, die Sprache und die Traditionen unseres Landes achten. Parallelgesellschaften und eine Einwanderung in die Sozialsysteme lehnen wir ab. Wir wollen Deutschland stärken, nicht abschaffen.

Ist das nun „Nazi“, wie uns der Regierende Bürgermeister Michael Müller versichert, oder ist es ein verantwortungsethischer Umgang mit dem Flüchtlingsproblem, der vielleicht zu deutlich weniger Toten im Mittelmeer führt? Hat die Band „Jennifer Rostock“ eigentlich überhaupt mal das AfD-Programm gelesen. bevor sie ihren volkspädagogischen Konsens-Song erschuf? Ich sehe da jedenfalls keine „Fremdenfeindlichkeit“, ich sehe da sogar eine progressivere Haltung im Einwanderungsrecht als bei der CDU, die ein Einwanderungsgesetz nach kanadischem Vorbild bisher konsequent ablehnte.

Die mediale Berichterstattung über die AfD steht immer wieder im krassen Gegensatz zu ihren offiziellen Positionen. Es ist fast so, als gierte man förmlich danach, „Nazi“ zu schreien. Gäbe es den Nazi nicht, man müßte ihn erfinden. Das ist wohl das Motto der Lügenmedien. Einmal mehr wurde dieses Theaterstück aufgeführt, als AfD-Mann Jörg Meuthen nicht ausschloß, auch mit der NPD zu votieren, falls sie vernünftige Vorschläge macht. Er drückte sich eigentlich noch zurückhaltender aus mit dem Subtext, daß man mit der NPD eigentlich nichts zu tun haben wolle, aber der totale Nazi ward trotzdem erneut gefunden: „Meuthen will mit NPD zusammenarbeiten“.

Die AfD traut sich, zum deutschen Volke zu stehen, und das ist in diesem Lande immer noch ein Tabu. Es ist aus tiefenpsychologischer Sicht auch nicht sonderlich verwunderlich, daß Merkels schuldgeplagte und konfuse Helfer-Syndrom-Politik eher zu mehr Leid und Elend führt als eine verantwortungsethische, rationale und ganzheitliche Flüchtlingspolitik. Da die Figur des symbolischen, lupenreinen Flüchtlings keinesfalls hinterfragt werden darf, kommt es zu einer pauschalen Idealisierung von bloßen Migranten, für die unser Asylrecht unbedingt offenstehen müsse.

Dies führt zu einem immer stärkeren Anschwellen der Migration und zu gefahrvollen Reisen über das Mittelmeer. Eine wirklich sinnvolle Politik müßte eigentlich auf Abschottung und Abschreckung setzen, damit auch der letzte Afrikaner kapiert, daß es keinen Sinn macht, sich nach Europa aufzumachen. Vor allem in außereuropäischen Checkpoints müßten Asylanträge geprüft werden, damit wirklich Bedürftige auch das Asylrecht in Anspruch nehmen können. Die jetzige Politik führt ja auch dazu, daß gerade die Stärksten und solventesten Menschen, meist junge Männer, sich nach Europa aufmachen.

Es ist schon schlimm, mitansehen zu müssen, wie Europa sich infantil in seinen Schuldgefühlen suhlt und daher nicht wirklich rational und verantwortungsethisch handelt. Unsere Politiker sind Pharisäer, die für den schönen Schein lieber viel Leid und Elend in Kauf nehmen, statt vordergründig unpopuläre Maßnahmen zu ergreifen.

Diese Maßnahmen werden immer wieder von verlogenen Asyl-Lobbyisten torpediert, die sich geradezu auf den Schuldkult spezialisiert haben. Eigentlich ein widerliches Schauspiel. Je mehr Flüchtlinge wir aufnehmen, desto weniger können wir wirklich hilfreich sein und desto stärker schwillt der Flüchtlingsstrom weiter an.

Mit häufig vitalen Männern, die kaum Chancen auf Asyl haben, in Deutschland frustriert der Bürokratie ausgesetzt sind und viel nötiger in ihrer Heimat gebraucht würden – mal abgesehen vom Problem der kulturellen Inkompatibilität.

Man sollte erkennen, daß die geheuchelte Empathie der Flüchtlings-Lobbyisten und Gutmenschen nur deren persönlicher Gewissensonanie dient und wenig zur Lösung der aktuellen Probleme beiträgt.

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